Aktuelles

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DER LANDESBISCHOF DER EVANGELISCHEN KIRCHE IN MITTELDEUTSCHLAND

Friedrich Kramer

Vortrag in der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen am 27. Januar 2021

Es ist der 27. Januar 2021. Heute vor 76 Jahren wurde offenbar, was die aller meisten gewusst, viele geahnt, manche verdrängt, und Abermillionen erlitten haben: der systematische Massenmord an den Juden Europas. Am 27. Januar 1945 wurde die größte der deutschen Todesfabriken, das Konzentrationslager Auschwitz, befreit. Und alle Welt sah.

Zuerst sahen die Befreier: Ihre Augen trafen die leeren Blicke einiger hundert zurückgelassener Häftlinge hinter dem Stacheldraht. Die Ausgezehrten wussten noch nicht, ob sie von den Soldaten Leben oder Tod zu erwarten hatten. Was die Befreier dann vorfanden, kann nur beschreiben, wer es erlebt und erlitten hat.

Seit gerade einmal 24 Jahren ist der 27.Januar bundesweiter Gedenktag. Wir halten inne, auf dass keiner seine Augen verschließe vor dem, was war und wozu der Mensch in seiner Abgründigkeit fähig bleibt. Die geschichtliche Schuld und die historische Verantwortung begleiten und leiten uns. Was Deutsche und was Christen einander und anderen, Juden vor allen anderen, antaten, bleibt in unserer Erinnerung, auch wenn wir es vergessen möchten und versuchen, nicht darüber nachzudenken.

Vor etwas mehr als einem Monat wurde Stephan B., der Doppel-Mörder, der gerne als Massenmörder in die Geschichte eingegangen wäre, in Magdeburg verurteilt. Der Verlust zweier Menschen, die unter seinen Schüssen starben, schmerzt. Sein missratener Plan, am Jom Kippur in die Hallesche Synagoge einzudringen und zu morden, lassen mich noch immer erzittern. Dass Stephan B. als Mörderverurteilt wurde, erfüllt mich mit Vertrauen, dass unser Rechtssystem verlässlich arbeitet. Der Gerichtsprozess lehrt mich aber auch das Fürchten, hat er doch bewusstwerden lassen, was für eine tödlich-giftige Mischung in den Köpfen mancher Menschen fließt. Eine Zutat dieses toxischen Gedankengemisches ist eine über Generationen gepflegte Judenfeindschaft. Der Gerichtsprozess lässt daran zweifeln, dass es nur wenige Irre sind, die solche Gedanken bis zur Mordlust kultivieren. Hier wirken denk- und handlungsleitende Tiefenstrukturen, die viele teilen, und denen beizukommen, enormer Anstrengungen bedarf.

Der 27. Januar 2021 fällt mitten in die Corona-Pandemie. Ob wir Leitungsentscheidungen treffen und dabei vieles abwägen müssen, ob wir beruflich in Bedrängnis sind oder den Familienalltag als logistische Herausforderung sondergleichen erleben–alle ringen um einen guten Umgang mit der Pandemie. Aus dem Ringen erlösen sich manche mit schnellen Antworten und verbinden Dahergedachtes und die Kritik an den staatlichen Infektionsschutzbemühungen mit allerlei Verschwörungserzählungen. Einige stricken und verbreiten ganz ungehemmt judenfeindliche Lügen. Auf der Straße begegnet ganz offen das alte Gift des Antisemitismus.

Der normale Menschenverstand würde sagen: Wir haben längst erfahren, wohin das führt. Wir sind kuriert und haben uns dieser Denke entledigt. Das Gegenteilerleben wir, nämlich wie schnell die alten Lügen wiederaufleben. Zeitgenössische Verschwörungserzählungen sind offen für judenfeindliche Denkmuster. Nicht jeder Verschwörungsglaube ist antisemitisch, aber jede Form von Antisemitismus wird immer auch von Verschwörungsunterstellungen begleitet. Und so verschmelzen die Lügen und Vorwürfe und stabilisieren sich gegenseitig. Wir können nicht wegschauen. Es gilt, zu widerstehen. Denn das böse Gerücht lebt. Lügen haben kurze Beine aber einen sehr langen Atem.

Im Jahre 1303 verschwindet der 16jährige Conrad, Sohn Bertholds von Sömmerda, des Burgmanns zu Weißensee. Eines Februarabends hatte er sich nach dem Abendessen verabschiedet und ward seitdem nicht mehr gesehen. Erst einen Monat später findet man ihn in einer Hütte eines nahegelegenen Weinbergs, erhängt an einem Gürtel. Johanniter, die den Weinberg bewirtschaften, beraten sich lange, bevor sie den Vater des Toten informieren und den Leichnam bergen. Das Offensichtliche–der Selbstmord Conrads –würde das Ansehen der Familie schließlich schwer beschädigen. Eine erneute Inspektion, diesmal unter der Ägide des Landgrafen persönlich, zeitigt dann erstaunliche Erkenntnisse: der Leichnam scheint nicht zu verwesen und die Totenstarre bleibt aus–alles Anzeichen dafür, dass es sich um einen Heiligen handeln müsse. An den Fuß-und Fingernägeln meint die Untersuchungskommission kleine Wunden ausmachen zu können und schließt darauf, dass Conrad ausgeblutet worden sei. Mehr braucht es nicht, damit ein Vorwurf im Raum steht und Schuldigegleich dazu. Und so werden nach einem kurzen Prozess die ansässigen Juden in der Burg-Kemenate zusammengetrieben. Bevor sich der Mob, blind und dumm vor Wut, an ihnen vergehen kann, töten einige der Zusammengeferchten aus Furcht vor Schlimmerem ihre Kinder. Es sterben „Der alte R[abbi] Eljakim, Sohn R[abbi] Simons, seine Frau Minna und sein Schwiegersohn, der Rabbiner R[abbi]Abraham, Sohn R[abbi]Meirs haKohen; R[abbi] Salomo, Sohn R[abbi]Salomos, seine Frau Guthil, sein Sohn und seine Tochter...“–144 Menschensterben in Weißensee. Als das Gerücht von der Ermordung Conrads die Rundemacht, kommt es zu weiteren Pogromen: in Cölleda, in Gotha, in Tennstädt.

Wir kennen die Namen der in diesen Orten Ermordeten, aber nicht weil sich in Weißensee irgendeiner an die Pogrome erinnert, sondern weil sie aufgeschrieben sind im sog. Nürnberger Memorbuch, das sich mit den Einträgen von einem Gedenkbuch an verdiente Gemeindeglieder –einem Nekrolog –zu einem Maryrologium wandelte in dem all die eine letzte Erwähnung fanden, die den Pogromen zum Opfer fielen.

Die Gebeine des toten Conrad hingegen werden in einer ordentlichen Reliquientranslation in die Weißenseer Pfarrkirche überführt und in einem Sarkophag bestattet. Bis weit ins 16. Jahrhundert hineinpilgern Menschen nach Weißensee zu seinem Grab.

Dass Menschen sich das Leben nehmen, ist kein Phänomen des Hochmittelalters; dass der Fund von toten Kindern und Jugendlichen zum Anlass für bösartige Unterstellungen wird, ist es ebenso wenig. Mitte des 12. Jh. verwebt ein Mönch die ungeklärten Todesumstände des jungen William aus dem ostenglischen Norwich mit kruden christlich-theologischen und antijüdischen Versatzstücken zu einer mehrbändigen Heiligengeschichte. Die Lüge vom Ritualmord wird hier genre-bildend.

Motiviert und befeuert wird die Verschwörungserzählung, Judenwürden das Blut von Christenkindern zapfen und gebrauchen, von einer vulgär-realistischen Abendmahlsvorstellung: Die Hochachtung vor Gottes Gegenwart in den Abendmahlselementen schlägt um in einen magischen Blutrealismus und eine Hostienverehrung, die sogar zur Einführung eines neuen kirchlichen Festes –dem Fronleichnamsfest –führen wird. Auch der übersteigerten hochmittelalterlichen Abendmahlsfrömmigkeit ist es geschuldet, dass sich der Blutraub-Vorwurf mit dem anderen vermischt, dass Juden an konsekrierten Hostien die Ermordung Jesu wiederholen. Die auf dem IV. Laterankonzil dogmatisierte Transsubstantiationslehre, nach der sich unter den Einsetzungsworten des Priesters Brot und Wein in Leib und Blut Christi wandeln, suchte diesem Missverständnis eigentlich zu wehren: Nach dem Transsubstantiationsdogma vergegenwärtige sich in den gewandelten Gaben gerade der auferstandeneChristus. Deutlich wird an der Ritualmord-Lüge, wie eigene Ängste und populäre Blutmystik zu einer Art patho-psychologischer Übertragung führen: Was mich selbst beschäftigt, fasziniert und bedrückt, laste ich dem erstbesten Anderen an und halte all das Abgründige so fern von mir.

Zur ersten für das deutsche Kaiserreich dokumentierten Anklage wegen einer Ritualmord-Verleumdung kommt es 1235 in Fulda, nachdem zwei Kinder bei einem Hausbrand umgekommen waren. Es folgen eine Reihe von Massakern. Um weitere Übergriffe zu verhindern, lässt Kaiser Friedrich II. die Vorgänge in Fulda mit einigen Jahren Verzögerung untersuchen. Die von ihm eingesetzte Theologen-Kommission kommt zu dem Urteil, dass der Vorwurf, Juden würden zu rituellen Zwecken Christenausbluten, völlig absurd sei: Schon das Verbot des Blutgenusses, sodann die Grausamkeit und Widernatürlichkeit solch einer Tat, die gegenüber zwischen Menschen waltende Mitmenschlichkeit und zuletzt das Bedürfnis, das eigene Leben, Hab und Gut nicht zu gefährden, würden alle Vorwürfe entkräften. Der Kaiser verbietet, fortan Juden des Ritualmordes zu bezichtigen. Und Papst Innozenz IV. tut es wenig später dem Kaiser gleich. Der Papstuntermauert seine Aufforderung, den Juden freundlich zu begegnen, nicht nur mit weiteren theologischen Argumenten(z.B. dass die jüdischen Schriften den Messiasbezeugen); erspricht auch deutlich aus, worum es den Verleumdern allem Anschein nach eigentlich zu tun ist, nämlich sich zu bereichern.

So alt wie die Ritualmordlüge, die Christen gegen Juden aufbringen, sind auch die Versuche, sich ihr entgegenzustellen. Damit –so könnte man meinen –sei die Sache einfüralle Mal erledigt gewesen, war doch im 13. Jahrhundert bereits alles gesagt. Es sollte anders kommen. In Westpreußen sorgt ein Mord in Konitz 1900 für eine Blutmord-Anklage. Noch 1911 wird in Kiewe in Todesfall als vermeintlicher Ritualmordgerichtlich verhandelt. Die nationalsozialistische Propaganda verstärkt das Geraune und sät neue Gerüchte, auch wenn die religiösen Erklärungen durch pseudo-und parawissenschaftliche ersetzt werden.

Während seit dem 13. Jahrhunderttop-down die Lüge als solche entlarvt, argumentativ entkräftet und obrigkeitlich geahndet war, wirkt sie über Jahrhunderte. Sie wird weitererzählt, übersteht die geistesgeschichtlichen Umbrüche durch Aufklärung und Französische Revolution. Denn Menschen lassen sich nichts sagen, aber alles erzählen.

Der Kulturwissenschaftler Michael Butter wendet ein, dass es keine Kontinuität von den mittelalterlichen zu den modernen antisemitischen Verschwörungstheorien gebe. Schließlich spielten die Vorwürfe gegen die Juden nach der Reformation eine immer geringere Rolle: Neue Feindbilder geben vielmehr die politischen Akteure ab. Und besonders aufseiten pietistischer Strömungen gewinne ein regelrechter Philosemitismus theologisch an Raum. Gibt es auch keine Kontinuität, so ist doch beängstigend, dass die alte Lüge dann doch immer wieder aufploppt. Unter den Demonstranten in Berlin wie unter den Eindringlingen im Washingtoner Kapitol fanden sich nicht wenige Anhänger von QAnon, die behaupten, eine pädophile und satanistische Elite entführe und missbrauche Kinder, um aus ihrem Blut eine Art Lebenselixier zu gewinnen. Da ist sie, die alte Lüge.

Die Beharrlichkeit und Beständigkeit antisemitischen Gedankenguts, wie es im 19. Jh. etwa in den sog. Protokollen der Weisen von Zion begegnet, hat wohl auch damit zu tun, dass die Judenfeindschaft darin selten allein begegnet, sondern in zunehmender Verschränkung mit Begleittexten, Kommentaren –mit Paratext –, der eine „Rezeption ohne Lektüre“ ermögliche. Sehr Unterschiedliches wird hier in immer neuen Konfigurationen zu einer großen Erzählung von einer Wirklichkeit hinter der Wirklichkeit verwoben, die immer wieder auch die alten Lügen aufruft. Und in das umfassende Verschwörungsnarrativ wird unter je neuen zeitgeschichtlichen Vorzeichen immer auch das integriert, was die christliche Tradition an latentem Antijudaismus bereitstellt. Die Passionsgeschichte stand immer wieder Modell, das Bild vom jüdischen Verrat und Gottesmord zu entwerfen. Die Unterscheidung von Altem und Neuem Testament diente lange dazu, „die hebräische Bibel abzuwerten und antijüdisch zu lesen. Eine weithin konstitutive Lesart für das christliche Selbstverständnis war, das Alte Testament als bloßen Vorlauf zum Christentum hin zu deuten, so dass der jüdischen Religion ihre Daseinsberechtigung abgesprochen wurde.“ Die bösen Schriften des späten Lutherwaren zwar jahrhundertelang nahezu vergessen. Ende des 19. Jahrhunderts begann man, sein Werk wissenschaftlich zu edieren. Die so entstandene Weimarer Ausgabe der Lutherschriften wurde zum Sprungbrett der Lutherrenaissance, und das war auch eine Renaissance für christlichen Antijudaismus im beschriebenen Sinne und bereitete auf ihre Weise das Feld für den mörderischen Antisemitismus.

Freilich gab es immer auch christliche Traditionen, die nicht der todbringenden Judenfeindschaft verfielen: täuferische und pietistische Traditionen, Kirchen in der Tradition der oberdeutschen Reformation. Umso mehr müssen sich die anderen fragen –und damit meine ich gerade auch unsere lutherisch geprägte Kirche –, welche antijüdischen Tiefenstrukturen in unserer Theologie und Frömmigkeit wirken, die sich regelmäßig in manifestem Antisemitismus äußern.

Christlicher Glaube kommt ohne die Feindschaft zum Judentum aus. Wir standen an den Gräbern, wie wir unter‘m Kreuz standen. Wir sahen und wir sehen, wohin alle Feindschaft führt. Mit jedem bösen Wort und jedem Akt der Gewalt gegen einen Menschen schlagen wir immer auch unseren Herrn selbst ans Kreuz. Und an dieser Tatsache ändert nichts, dass und wenn wir die Schuld bloß weitergeben und anderen anlasten. Seit dem 20. Jahrhundertsetzt sich unter dem Eindruck des Massenmordens durch Christ·inn·en eine andere Theologie durch. Leider erst jetzt. Zum Glück jetzt endlich. Als Angehörige aus den Völkern stehen wir am Fuße Zions und staunen über Gottes Treue gegenüber seinem Volk; wir staunen über seine Verheißung von Frieden und Gerechtigkeit. Durch Jesus Christus wird diese Verheißung relevant für alle Welt. Durch ihn vertrauen wir auf Israel. In ihm achten wir Israels Tora, auf dass die Liebe zu Gott und zum Nächsten Kraft gewinne unter uns. Christlicher Glaube kommt ohne die Feindschaft zum Judentum aus. Christlicher Glaube kann vielmehr gar nicht sein ohne das Volk Israel. Das haben wir in Ansätzen begriffen, und wir lernen weiter und dürfen dabei nicht müde werden. Damit das Lernen weitergehe, hilft es wenig, das stop-down alles klar ist. Das zeigt die (Religions-)Geschichte. Ein Antisemitismusbeauftragter reicht nicht. Jeder Christ ist Antisemitismusbeauftragter. Denn die böse Denke läuft sonst einfach weiter. Es ist eine harte Aufgabe, den über Jahrhunderte eingeübten Antisemitismus in seiner Tiefenwirksamkeit zu brechen und anderes zu denken. Wenn wir den Dingen nicht massiv widersprechen, breiten sie sich aus und das Gift der Judenfeindschaft wirkt einfach weiter. Und es vermischt sich mit anderen Giften, mit Frauenhass und Ausländerhass. Und am Ende tötet es. Immer. Es gibt ein altes christliches Instrument , das Herz beim Lernen zu unterstützen – Herzensbildung zu betreiben – , und zwar den sogenannt en Beichtspiegel. Im Rahmen der Beichte wird damit zum Beispiel entlang der Zehn Gebote das Gewissen erforscht. Vielleicht müssen wir eine Art Beichtspiegel nutzen, um Judenfeindschaft zu verlernen und dieses Verlernen zu verstetigen. E s muss Teil unserer aller christlichen Praxis werden, regelmäßig alle Lebensbereiche abzuklopfen und zu fragen: Wo habe ich einem jüdischen Witz nicht widersprochen? Wo haben auch m ir die Augen geleuchtet, al s einer Rothschild sagte? Wie habe ich reagiert, als der Wirt in der Kneipe plötzlich vom jüdischen Finanzkapitel sprach? Wann und warum bin ich selber anfällig für diese toxische Denke? Was steht hinter meinem blinden Zorn, welche Erfahrung von Ohnmacht u nd Einsamkeit?

Keiner darf weggucken. Das müssen wir Christ·inn·en lernen, zuerst an uns selbst. Das müssen wir üben. Es ist ein langer Weg , und wir sind noch nicht am Ende. Aber wir werden verhindern , dass Antisemitismus ungehindert Wurzeln schlägt in der Mitte der Gesellschaft.

Es ist der 27. Januar 2021. Und dieser Tag steht am Anfang eines Jahres, das neben allem Finsteren auch geprägt ist von eine r großen Freude. In diesem Jahr feie rn wir 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, 900 Jahre jüdisches Leben in Thüringen . Trotz aller Gefahr, die für Juden und Jüdinnen so viele Jahrhunderte von Christ·inn·en ausging. Juden und Jüdinnen leben in Thüringen und nennen es ihre Heimat. Dafür danke ich Gott. Und dass es so bleibt, ist mir nicht nur ein Herzensanliegen , sondern Christen - und Menschenpflicht. Und ich danke Ihnen, dass ich als Christ, als Mensch aus den Völkern bei Ihnen zu Ihnen sprechen konnte. Gott segne Sie und Ihre Gemeinde.

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HYGIENE - UND GESUNDHEITSKONZEPT

Im Zuge der Lockerung der Beschränkungen, die zur Eindämmung der Corona- Pandemie erlassen wurden, sollen öffentliche G’ttesdienste in Synagogen wieder zugelassen werden.

Es wurde vom Zentralrat der Juden in Deutschland in Zusammenarbeit mit der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland und der Allgemeinen Rabbiner-konferenz Deutschland und im Einvernehmen mit den Landesverbänden und Großgemeinden entwickelt.

Um mögliche Infektionsketten nachvollziehen zu können, ist es empfehlenswert Teilnehmerlisten zu führen. Diese können am Eingang (z.B. in der Sicherheitsschleuse) gefertigt werden.

Hinsichtlich der Fragen zur Einhaltung der Schabbat- und Feiertagsregeln ist der Ortsrabbiner einzubeziehen. Empfehlenswert ist, dass die G‘ttesdienstbesucher sich bei der Jüdischen Gemeinde zum Gebet anmelden.

Bei den Eingängen ist auf entsprechenden Abstand zwischen den Personen, die Einlass suchen, zu achten.

Der Abstand zwischen den Betern muss mindestens 1,50 Meter, besser 2 Meter , betragen.

Es wird dringend empfohlen, dass alle G’ttesdienstteilnehmer einen Mund- Nasen-Schutz tragen. Nicht-medizinische Alltagsmasken oder Community-Masken sind ausreichend.

Kippot und Tallitot (Gebetsschals) sollen nicht ausgelegt werden. Jeder G’ttesdienstbesucher soll seine eigene Kippa und seinen eigenen Tallit verwenden.

Diejenigen, die Alijot (Aufrufe) zur Tora erhalten, sollen nicht zur Bima hochkommen , sondern in einem Abstand von mindestens 2 Metern zu ihr stehenbleiben und die Brachot (Segensprüche) sagen. Diese Stellen sollten in den Synagogen markiert werden.

Das Küssen der Mesusa ist ein traditioneller Brauch und keine Mizwa. Aufgrund der Gefahr, dass das Virus verbreitet werden kann, dürfen Mesusot keinesfalls geküsst oder berührt werden. Gleiches gilt für Siddurim, Chumaschim, Ziziot und die Tora. Gemeinsame Kidduschim nach dem Gebet und gemeinsame Se‘udot (Mahlzeiten) dürfen weiterhin nicht stattfinden.

Am Freitagabend kann der Chasan von der Bima aus alleine den Kiddusch (Segenspruch über Wein) machen.

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КОНЦЕПЦИЯ СОБЛЮДЕНИЯ ПРАВИЛ ГИГИЕНЫ С ЦЕЛЬЮ СОХРАНЕНИЯ ЗДОРОВЬЯ

В связи с послаблением ограничений с целью приостановления распространения коронавируса, будет снова разрешено проводить богослужения в синагогах.

Настоящая концепция была разработана Центральным советом евреев в Германии в сотрудничестве с Ортодоксальной конференцией раввинов и Общей конференцией раввинов в Германии и в согласовании с земельными обьединениями и большими общинами.

Чтобы иметь возможность проследить цепочки распространения заражения, рекомендуется вести списки участников богослужения. Они могут составляться при входе. По вопросам соблюдения правил для шаббата и праздников следует консультироваться у раввина.

Рекомендуется, чтобы желающие принять участие в богослужении, сообщали бы заранее по телефону о своем участии. При входе в синагогу следует обращать внимание на то, чтобы входящие соблюдали установленную дистанцию между собой.

Расстояние между молящимися должно составлять по крайней мере 1,5 метра, но лучше 2 метра.

Настоятельно рекомендуется , чтобы все участники богослужения носили маску, прикрывающую рот и нос. Достаточно носить обычную не медицинскую маску.

Не разрешается выкладывать кипы и талиты.

Каждый приходящий на богослужение должен приносить с собой кипу и талит.

Те, кого вызывают к Торе, не должны подниматься к биме, а оставаться по крайней мере в 2х метрах от нее и произнести молитву. Место, где должен стоять вызванный к Торе, должно быть маркировано.

Целование мезузы является традиционным обычаем, но не мицвой. Вследствие опасности распространения вируса не разрешается целовать мезузу и касаться её. То же самое относится к молитвенникам, цицит и Торе.

Проводить совместный кидуш после молитвы по-прежнему не разрешается.

В пятницу вечером раввин со своего места у бимы может сказать браху на вино.

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Beratung in Krisenzeiten (psychologische Gespräche)

unter Telefonnummer: 030 61080458, 0176 45875552 oder per E-Mail: kontakt@ofek-beratung.de (Deutsch, Russisch)

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Liebe Gemeindemitglieder,

Aufgrund der Coronavirus-Epidemie macht das Büro unserer Gemeinde zunächst nur telefonische Beratungen. Schriftliche Mitteilungen können in unseren Postkasten eingeworfen oder per E-Mail verschickt werden. Persönliche Kontakte werden nur in Ausnahmesituationen zugelassen. Falls Sie verdächtigte Sympthome bei Ihnen bemerken sollten, stehen Ihnen folgende Beratungshotlines zur Verfügung: Stadt Erfurt: 0361/655267662 und Dr. med. Kielstein Ambulante medizinische Versorgung GmbH (Erfurt/Jena): 0361/6010930.

Einkaufshilfe: 0178 6107303 (montags bis samstags 9:00 Uhr - 17:00Uhr)

Wenn Sie Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben, wenden Sie sich an das Büro der Gemeinde.

Bleiben Sie gesund!

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В кризисные времена (психологические консультации)

по телефонам: 030 61080458, 0176 45875552 или по E-Mail: kontakt@ofek-beratung.de (немецкий, русский)

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Дорогие члены общины!

В связи с эпидемией коронавируса бюро общины временно проводит консультации и дает справки только по телефону. Письменные сообщения вы можете опустить в почтовый ящик общины или послать по электронной почте. Непосредственный персональный контакт допускается только в особых случаях. Если кто-нибудь из вас заметит у себя симптомы вирусного заболевания, то имеется два телефона, по которым вы можете получить консультации. Stadt Erfurt 0361/655267662 и Dr. med Kielstein Ambulante medizinische Versorgung GmbH (Erfurt/Jena) 0361/601 09 30.

Помощь в покупке продуктов по телефону: 0178 6107303, с понедельника по субботу, с 9:00 до 17:00.

Если у вас проблемы с немецким языком, и вы не можете сами позвонить, обращайтесь в бюро общины.

Будьте здоровы!